Kinderernährung – wichtiger denn je
Essgewohnheiten erlernt man schon früh. Umso wichtiger ist es, täglich auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Kinder zu achten.
von Peter E. Dreverhoff
Tipps für eine gesunde Kinderernährung
Kinder sind unsere Zukunft. Dieser Satz ist mehr als eine Floskel – er ist eine Haltung, die wir uns immer wieder bewusst machen sollten. Denn was Kinder heute lernen und erleben wird verinnerlicht. Somit wird nicht nur ihre Entwicklung geprägt, sondern ihre gesamte Lebensweise als Erwachsene. Besonders deutlich wird das beim Thema Ernährung.
Ich denke, jeder erkennt sich hier wieder, wenn es um liebgewonnene Gewohnheiten geht, die ihre Anfänge in den Kindertagen haben, uns aber mittlerweile mehr schaden als gut tun. Wie schwer ist es diese Verhalten zu verändern oder ganz abzustellen, sogar wenn es ums nackte Überleben geht.
Noch nie war das Angebot an Lebensmitteln so groß wie heute. Gleichzeitig war es aber auch noch nie so schwer, den Überblick zu behalten und gesunde Entscheidungen zu treffen – vor allem für Kinder. Sie sind noch stärker genussorientiert als Erwachsene. Da zieht nicht das Argument, dass es nicht nur schmecken soll, sondern auch der Organismus profitieren muss. Wer schon in frühen Jahren seine Geschmacksnerven an künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, Salziges und Süßes im Überfluss gewöhnt hat, wird im Alter seinen Schaff haben, davon wieder los zu kommen. Zwischen Supermarktregalen voller bunter Verpackungen, Werbespots und dem Einfluss von Schule, Freunden sowie sozialen Medien geraten natürliche Lebensmittel immer mehr ins Hintertreffen. Ein Blick an der Super- oder Biomarktkasse offenbart das Dilemma, frische Produkte nehmen nur einen kleinen Teil des Warenkorbes in Anspruch. Abgepacktes, haltbares und unnatürliches Essen ist mehr Standard als uns lieb sein kann. Das Wissen um gesunde, wertvolle und naturbelassen Nahrung scheint keinen Platz in Kinderherzen und -köpfen zu haben.
Wenn Werbung den Geschmack (v)erzieht
Kinder sind neugierig, offen – und leicht beeinflussbar. Genau das macht sie zur idealen Zielgruppe für die “böse“ Lebensmittelindustrie. Die Forschung fließt mehr in die Verpackungsgestaltung, den Cruncheffekt, unendliche Haltbarkeit sowie künstlich aufgemotzten Geschmack und Optik. Welche Kinder interessieren sich für gesundheitliche Benefits? Da verwundert es nicht, wenn auch die Hersteller dieser bunten, schönen Geschmackswelt darin keinen Euro investieren. Denn bunt und lecker geht besonders gut mit billigen Zutaten, wie Industriezucker und Co. Die Produkte, Lebensmittel wäre die falsche Bezeichnung, werden dann noch gezielt so gestaltet, dass sie Kinder ansprechen: Grelle Farben, bekannte Comicfiguren, lustige Aufklebern, Sammelaktionen oder Versprechen wie “extra Spaß“, “super crunchy“ oder “besonders lecker“.
Doch was Kinder ausblenden, sollte uns bewussten Erwachsen doch klar sein, hinter diesen Produkten verstecken sich: Stark verarbeitete Lebensmittel, angereichert mit Industriezucker, künstlichen Aromen und Zusatzstoffen, die sich nur schwer aussprechen lassen. Diese Produkte sind so konzipiert, dass sie besonders intensiv schmecken – oft süßer und konzentrierter, als es natürliche Lebensmittel je könnten.
Ok, aber Kinder werden doch irgendwann zu Erwachsenen und damit zu Menschen mit Mehr Verstand und Wissen über die Hintergründe. Das Problem: Der Geschmackssinn passt sich an. Wer regelmäßig sehr süße oder künstlich aromatisierte Produkte konsumiert, empfindet natürliche Lebensmittel schnell als fade. Der beste Bio-Apfel kann dann „langweilig“ und wenig attraktiv wirken, im Gegensatz zur gezuckerten künstlichen Apfelringen auf Weingummibasis.
Ich habe das selbst mit Kindern aus der Nachbarschaft erlebt. Die Spaghetti mit selbstgemachter Tomatensauce aus frischen und getrockneten Tomaten blieb stehen, weil die Kinder diesen Geschmack gar nicht mit der Tomatensauce aus der Tüte in Verbindung gebracht haben. Phasenweise hatten meine eigenen Kinder deutlich mehr Kontakt zu süßen, unnatürlichen Snacks – häufig auf Geburtstagsfeiern. Die Folge war spürbar: Frisches Obst wurde weniger interessant, Gemüse teilweise komplett abgelehnt. In den Anfängen ist es noch ein schleichender Prozess, der nicht gleich auffällt, darum mussten wir als Eltern gleich reagieren bevor sich daraus eine feste Gewohnheit etabliert.
Das soziale Umfeld als Verstärker
Neben der Werbung spielt auch das direkte Umfeld eine entscheidende Rolle. Kinder orientieren sich stark an Gleichaltrigen. Was in der Brotdose anderer Kinder liegt, wird automatisch interessanter. Wenn viele Kinder regelmäßig Süßigkeiten, gesüßte Getränke oder Fertigprodukte konsumieren, entsteht ein sozialer Druck – oft ganz unbewusst.
„Warum habe ich das nicht auch?“ – diese Frage kommt früher oder später.
Hier stehen Eltern oft vor einem Dilemma: Einerseits möchte man sein Kind nicht ausschließen oder zum Außenseiter machen, andererseits möchte man gesunde Gewohnheiten fördern. Die Balance zu finden, ist die Herausforderung.
Umgewöhnung: Ein realistischer Weg statt radikaler Verbote
Die gute Nachricht ist: Geschmack ist erlernbar – und auch wieder verlernbar. Kinder können sich an natürliche Lebensmittel gewöhnen, selbst wenn sie zuvor stark verarbeitete Produkte bevorzugt haben. Die Umgewöhnungsphase ist nicht ohne, aber haben wir eine Wahl. Nicht nur das blöde Gewohnheiten im Alter nur schwer abzuschütteln sind. Die Phase in der der Körper aufgebaut wird, lässt sich leider nicht wiederholen. Schlechte und mangelhafte Strukturen im Knochen-, Muskel- und Gehirnaufbau lassen sich nur bedingt wieder umkehren.
Wichtig bei der Umgewöhnung ist dabei vor allem eines: Keine Extreme.
Ein kompletter Verzicht auf Zucker oder Lieblingssnacks führt in vielen Fällen zu Frust oder sogar Trotzreaktionen. Von Diebstählen, Lügen- und Mogelerfahrungen berichten in diesem Zusammenhang viele Eltern, die sich schon mit der Thematik beschäftigt haben. Aus diesen Fehlern könne wir lernen. Deshalb ist die nachhaltigere Variante, die schrittweise Umstellung.
In der Praxis hat sich dabei folgendes bewährt:
- Kleine Veränderungen statt großer Verbote
Statt fertig gesüßte und aromatisierte Desserts– mehr in die Eigenproduktion gehen. Mit einem Hochleistungsmixer lassen gesunde Nicecremes und Nachtische zaubern, aus Nüssen, Trockenfrüchten sowie frischem Obst. Rezepte dazu finden sich in großen Mengen auf unserem Rezeptblog. Am besten, die Kinder bei der Zubereitung mit einbeziehen - Getränke bewusst ersetzen
Limonaden werden nach und nach durch gereinigtes Wasser mit Zitronenscheiben ersetzt. Säfte kommen frisch aus der eigen Saftpresse, dabei schrittweise den Gemüseanteil erhöhen und den Obstanteil verringern. Eigene Smoothies aus dem Mixer sind ebenfalls eine Möglichkeit mehr gesunde Vielfalt auf den Tisch zu bringen. Drachenfrucht, oder Heidelbeerpulver bringen eine poppige Optik ins Spiel. - Selbstgemachte Alternativen
Müsliriegel, weitere Naschereien und Snacks selbst zuzubereiten, verändert nicht nur die Zutaten, sondern auch die Einstellung dazu.
Ein besonders prägender Moment war, als wir gemeinsam begonnen haben, unser Frühstück am Wochenende komplett selbst zuzubereiten. Hafer ganz frisch geflockt, knuspriges Granola aus dem eigenen Dörrgerät, Milch und Joghurt als pflanzliche Variante mit Nüssen aus dem Mixer zusammen mit viel frischem Obst und eingeweichten Trockenfrüchten – anfangs eher skeptisch betrachtet, entwickelte sich daraus Schritt für Schritt eine neue Gewohnheit. Heute ist es selbstverständlich.
Zurück zum natürlichen Geschmack
Ein entscheidender Punkt bei der Umgewöhnung ist Zeit. Der Geschmackssinn braucht eine Phase der Anpassung. Wenn Zucker reduziert wird, verändert sich die Wahrnehmung: Plötzlich schmecken Früchte intensiver, Lebensmittel differenzierter.
Viele Eltern geben zu früh auf, weil Kinder neue Lebensmittel zunächst ablehnen. Dabei ist genau das normal. Studien zeigen, dass Kinder ein neues Lebensmittel oft mehrfach probieren müssen – manchmal zehnmal oder öfter – bevor sie es akzeptieren.
Hier hilft vor allem Gelassenheit. Kein Druck, kein Zwang. Stattdessen: anbieten, vorleben, wiederholen.

Unser Vorschlag: Ein leckeres und gesundes Schulfrühstück
mit Produkten von Keimling
Eltern als Vorbilder – stärker als jede Werbung
Kinder beobachten genau. Sie sehen, was Eltern essen, wie sie einkaufen und wie sie über Lebensmittel sprechen. Diese Vorbildfunktion ist oft stärker als jede Werbebotschaft und funktioniert besonders gut in den frühen Kinterjahren.
Wenn gesunde Ernährung im Alltag selbstverständlich ist, wird sie auch für Kinder normal.
Das bedeutet nicht Perfektion. Es geht nicht darum, nie wieder Süßigkeiten zu essen oder alles selbst zuzubereiten. Vielmehr geht es um ein Gleichgewicht und eine klare Grundhaltung.
Gemeinsame Mahlzeiten spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie schaffen Struktur, geben Orientierung und bieten Raum für Austausch. Gleichzeitig lernen Kinder, dass Essen mehr ist als nur Nahrungsaufnahme – es ist auch Gemeinschaft.
Kinder einbeziehen statt kontrollieren
Ein weiterer Schlüssel liegt in der Beteiligung. Kinder, die mitentscheiden dürfen, entwickeln ein ganz anderes Verhältnis zu Lebensmitteln.
Das kann schon beim Einkaufen beginnen:
„Welches Obst möchtest du diese Woche ausprobieren?“
Oder beim Werkeln in der Küche:
„Hilfst du mir, den Salat zu schneiden?“
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Ein Apfel, so wie er am Baum wächst, scheint ein ganz anderes Lebensmittel zu sein, wie ein nett dekorierter Teller mit fertigen Apfelstücken. Gemüseschnitzen zu einem Gesicht zusammengelegt, haben eine ganz andere Anziehung, als ein fertiger Salat, oder eine bloße Karotte oder Gurke auf dem Teller.
Auch kleine Projekte können helfen – zum Beispiel Kräuter und Sprossen auf der Fensterbank ziehen oder gemeinsames Tüfteln in der Küche. Solche Erlebnisse schaffen positive Verknüpfungen mit natürlichen Lebensmitteln.
Alltag statt Idealbild
Ein wichtiger Punkt, der oft unterschätzt wird: Der Alltag ist nicht perfekt.
Es gibt stressige Tage, wenig Zeit und Situationen, in denen pragmatische Lösungen gefragt sind. Das ist völlig normal. Entscheidend ist nicht die einzelne Mahlzeit, sondern das Gesamtbild.
80 Prozent bewusst und ausgewogen sind wertvoller als 100 Prozent Perfektion, die im Alltag nicht durchzuhalten ist.
Langfristige Auswirkungen nicht unterschätzen
Ernährungsgewohnheiten, die in der Kindheit entstehen, begleiten Menschen oft ein Leben lang. Sie beeinflussen nicht nur das Körpergewicht, sondern auch Energielevel, Konzentration und langfristige Gesundheit.
Eine Ernährung mit viel Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln kann das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen – während natürliche, ausgewogene Ernährung die Basis für Wohlbefinden schafft.
Doch neben den gesundheitlichen Aspekten geht es auch um etwas anderes: Genuss, Körpergefühl und Selbstwahrnehmung. Kinder, die früh lernen, auf ihren Körper zu hören und natürliche Lebensmittel wertzuschätzen, entwickeln eine wichtige Grundlage für ein gesundes Leben.
Fazit: Kleine Schritte mit großer Wirkung
Kinderernährung ist heute wichtiger denn je. In einer Welt voller Reize und Verlockungen braucht es bewusste Entscheidungen, klare Orientierung und vor allem Geduld.
Die Umstellung auf natürliche Alternativen ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess. Ein Weg, der von Rückschritten begleitet sein kann – aber langfristig große Wirkung zeigt.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich. Nicht, weil alles perfekt wird, sondern weil sich etwas Grundlegendes verändert. Der Blick auf Lebensmittel, der Umgang damit – und letztlich auch das Wohlbefinden der ganzen Familie.
Wichtig dabei war bei unserem Weg, immer alles im Haus zu haben, was für eine gesunde Zubereitung nötig ist, damit gar nicht erst die Versuchung entsteht, im nahe gelegenen Supermarkt minderwertige Produkte einzukaufen. Mit gesunden Süßigkeiten im Haus waren wir immun gegen solche Versuchungen. Das schöne an der Sache, die Trockenfrüchte und Nüsse aus dem Keimling Sortiment sind gut haltbar. Auch Raw Energy Balls, Kakaoprodukte und andere Snacks aus unserem Sortiment haben geholfen mehr und mehr auf gesunde Snacks umzusteigen. Keimling Produkte haben wir als Eltern auch genutzt um mitgebrachte Industriezucker-Süßigkeiten einzutauschen. Eine sehr erfolgreiche Strategie, die bereits in der nächsten Generation weiter geführt wird.
Das soziale Umfeld als Verstärker
Neben der Werbung spielt auch das direkte Umfeld eine entscheidende Rolle. Kinder orientieren sich stark an Gleichaltrigen. Was in der Brotdose anderer Kinder liegt, wird automatisch interessanter. Wenn viele Kinder regelmäßig Süßigkeiten, gesüßte Getränke oder Fertigprodukte konsumieren, entsteht ein sozialer Druck – oft ganz unbewusst.
„Warum habe ich das nicht auch?“ – Diese Frage kommt früher oder später.
Hier stehen Eltern oft vor einem Dilemma: Einerseits möchte man sein Kind nicht ausschließen oder zum Außenseiter machen, andererseits möchte man gesunde Gewohnheiten fördern. Die Balance zu finden, ist die Herausforderung.
Umgewöhnung: Ein realistischer Weg statt radikaler Verbote
Die gute Nachricht ist: Geschmack ist erlernbar – und auch wieder verlernbar. Kinder können sich an natürliche Lebensmittel gewöhnen, selbst wenn sie zuvor stark verarbeitete Produkte bevorzugt haben. Die Umgewöhnungsphase ist nicht ohne, aber haben wir eine Wahl? Nicht nur, dass blöde Gewohnheiten im Alter nur schwer abzuschütteln sind. Die Phase, in der der Körper aufgebaut wird, lässt sich leider nicht wiederholen. Schlechte und mangelhafte Strukturen im Knochen-, Muskel- und Gehirnaufbau lassen sich nur bedingt wieder umkehren.
Wichtig bei der Umgewöhnung ist dabei vor allem eines: keine Extreme.
Ein kompletter Verzicht auf Zucker oder Lieblingssnacks führt in vielen Fällen zu Frust oder sogar Trotzreaktionen. Von Diebstählen, Lügen- und Mogelerfahrungen berichten in diesem Zusammenhang viele Eltern, die sich schon mit der Thematik beschäftigt haben. Aus diesen Fehlern können wir lernen. Deshalb ist die nachhaltigere Variante die schrittweise Umstellung.
In der Praxis hat sich dabei Folgendes bewährt:
• Kleine Veränderungen statt großer Verbote
Statt fertig gesüßter und aromatisierter Desserts mehr in die Eigenproduktion gehen. Mit einem Hochleistungsmixer lassen sich gesunde Nicecremes und Nachtische aus Nüssen, Trockenfrüchten sowie frischem Obst zaubern. Rezepte dazu finden sich in großer Menge auf unserem Rezeptblog. Am besten die Kinder bei der Zubereitung mit einbeziehen.
• Getränke bewusst ersetzen
Limonaden werden nach und nach durch gereinigtes Wasser mit Zitronenscheiben ersetzt. Säfte kommen frisch aus der eigenen Saftpresse. Dabei schrittweise den Gemüseanteil erhöhen und den Obstanteil verringern. Eigene Smoothies aus dem Mixer sind ebenfalls eine Möglichkeit, mehr gesunde Vielfalt auf den Tisch zu bringen. Drachenfrucht oder Heidelbeerpulver bringen eine poppige Optik ins Spiel.
• Selbstgemachte Alternativen
Müsliriegel, weitere Naschereien und Snacks selbst zuzubereiten, verändert nicht nur die Zutaten, sondern auch die Einstellung dazu.
Ein besonders prägender Moment war, als wir gemeinsam begonnen haben, unser Frühstück am Wochenende komplett selbst zuzubereiten. Hafer ganz frisch geflockt, knuspriges Granola aus dem eigenen Dörrgerät, Milch und Joghurt als pflanzliche Variante mit Nüssen aus dem Mixer sowie viel frischem Obst und eingeweichten Trockenfrüchten – anfangs eher skeptisch betrachtet, entwickelte sich daraus Schritt für Schritt eine neue Gewohnheit. Heute ist es selbstverständlich.
Zurück zum natürlichen Geschmack
Ein entscheidender Punkt bei der Umgewöhnung ist Zeit. Der Geschmackssinn braucht eine Phase der Anpassung. Wenn Zucker reduziert wird, verändert sich die Wahrnehmung: Plötzlich schmecken Früchte intensiver, Lebensmittel differenzierter.
Viele Eltern geben zu früh auf, weil Kinder neue Lebensmittel zunächst ablehnen. Dabei ist genau das normal. Studien zeigen, dass Kinder ein neues Lebensmittel oft mehrfach probieren müssen – manchmal zehnmal oder öfter –, bevor sie es akzeptieren.
Hier hilft vor allem Gelassenheit. Kein Druck, kein Zwang. Stattdessen: anbieten, vorleben, wiederholen.
Eltern als Vorbilder – stärker als jede Werbung
Kinder beobachten genau. Sie sehen, was Eltern essen, wie sie einkaufen und wie sie über Lebensmittel sprechen. Diese Vorbildfunktion ist oft stärker als jede Werbebotschaft und funktioniert besonders gut in den frühen Kinderjahren.
Wenn gesunde Ernährung im Alltag selbstverständlich ist, wird sie auch für Kinder normal.
Das bedeutet nicht Perfektion. Es geht nicht darum, nie wieder Süßigkeiten zu essen oder alles selbst zuzubereiten. Vielmehr geht es um ein Gleichgewicht und eine klare Grundhaltung.
Gemeinsame Mahlzeiten spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie schaffen Struktur, geben Orientierung und bieten Raum für Austausch. Gleichzeitig lernen Kinder, dass Essen mehr ist als nur Nahrungsaufnahme – es ist auch Gemeinschaft.
Kinder einbeziehen statt kontrollieren
Ein weiterer Schlüssel liegt in der Beteiligung. Kinder, die mitentscheiden dürfen, entwickeln ein ganz anderes Verhältnis zu Lebensmitteln.
Das kann schon beim Einkaufen beginnen:
„Welches Obst möchtest du diese Woche ausprobieren?“
Oder beim Werkeln in der Küche:
„Hilfst du mir, den Salat zu schneiden?“
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Ein Apfel, so wie er am Baum wächst, scheint ein ganz anderes Lebensmittel zu sein als ein nett dekorierter Teller mit fertigen Apfelstücken. Zu einem Gesicht zusammengelegte Gemüseschnitze haben eine ganz andere Anziehungskraft als ein fertiger Salat oder eine bloße Karotte oder Gurke auf dem Teller.
Auch kleine Projekte können helfen – zum Beispiel Kräuter und Sprossen auf der Fensterbank ziehen oder gemeinsames Tüfteln in der Küche. Solche Erlebnisse schaffen positive Verknüpfungen mit natürlichen Lebensmitteln.
Alltag statt Idealbild
Ein wichtiger Punkt, der oft unterschätzt wird: Der Alltag ist nicht perfekt.
Es gibt stressige Tage, wenig Zeit und Situationen, in denen pragmatische Lösungen gefragt sind. Das ist völlig normal. Entscheidend ist nicht die einzelne Mahlzeit, sondern das Gesamtbild.
80 Prozent bewusst und ausgewogen sind wertvoller als 100 Prozent Perfektion, die im Alltag nicht durchzuhalten ist.
Langfristige Auswirkungen nicht unterschätzen
Ernährungsgewohnheiten, die in der Kindheit entstehen, begleiten Menschen oft ein Leben lang. Sie beeinflussen nicht nur das Körpergewicht, sondern auch das Energielevel, die Konzentration und die langfristige Gesundheit.
Eine Ernährung mit viel Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln kann das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen, während eine natürliche, ausgewogene Ernährung die Basis für Wohlbefinden schafft.
Doch neben den gesundheitlichen Aspekten geht es auch um etwas anderes: Genuss, Körpergefühl und Selbstwahrnehmung. Kinder, die früh lernen, auf ihren Körper zu hören und natürliche Lebensmittel wertzuschätzen, entwickeln eine wichtige Grundlage für ein gesundes Leben.
Fazit: Kleine Schritte mit großer Wirkung
Kinderernährung ist heute wichtiger denn je. In einer Welt voller Reize und Verlockungen braucht es bewusste Entscheidungen, klare Orientierung und vor allem Geduld.
Die Umstellung auf natürliche Alternativen ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess. Ein Weg, der von Rückschritten begleitet sein kann, aber langfristig große Wirkung zeigt.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich. Nicht, weil alles perfekt wird, sondern weil sich etwas Grundlegendes verändert. Der Blick auf Lebensmittel, der Umgang damit – und letztlich auch das Wohlbefinden der ganzen Familie.
Wichtig dabei war auf unserem Weg, immer alles im Haus zu haben, was für eine gesunde Zubereitung nötig ist, damit gar nicht erst die Versuchung entsteht, im nahe gelegenen Supermarkt minderwertige Produkte einzukaufen. Mit gesunden Süßigkeiten im Haus waren wir immun gegen solche Versuchungen. Das Schöne an der Sache: Die Trockenfrüchte und Nüsse aus dem Keimling-Sortiment sind gut haltbar. Auch Raw Energy Balls, Kakaoprodukte und andere Snacks aus unserem Sortiment haben geholfen, mehr und mehr auf gesunde Snacks umzusteigen. Keimling-Produkte haben wir als Eltern auch genutzt, um mitgebrachte Industriezucker-Süßigkeiten einzutauschen. Eine sehr erfolgreiche Strategie, die bereits in der nächsten Generation weitergeführt wird.